Automobilindustrie: Die Krise im Rückspiegel
Wenn es eines Beweises bedurft hätte, dass die Automobilindustrie die Krise hinter sich gelassen hat, dann lieferte ihn das ProSTEP iViP Symposium 2011. Die Branche blickt zuversichtlich in die Zukunft, in der es allerdings neue Herausforderungen zu meistern gilt, schreibt das Fachmagazin CAD-CAM Report.
Zum Auftakt der Veranstaltung skizzierte Karl Erich Probst, CIO der BMW AG, die aktuellen Herausforderungen der Branche, die sich nicht grundlegend von denen vor der Krise unterscheiden: Globale Marktpräsenz und hoher Kostendruck auf der einen Seite, individuelle Kundenanforderungen und eine immer stärkere Segmentierung beziehungsweise Zielgruppenorientierung des Angebots auf der anderen führen zu einer wachsenden Produktkomplexität, die sich unter anderem in der Vielfalt möglicher Fahrzeugvarianten widerspiegelt. Hinzu kommen die veränderten Umweltbedingungen, auf die BMW und andere OEMs mit der Entwicklung von Elektro- und Hybridfahrzeugen eine Antwort zu finden versuchen.
Angesichts dieser Herausforderungen benötige die Branche offene IT-Lösungen, um neue Produkte möglichst flexibel entwickeln zu können, betonte Probst. Er begrüßte deshalb die Initiative des ProSTEP-iViP-Vereins zur Schaffung eines „Codex of PLM Openness“, der die Systemhersteller zu mehr Offenheit verpflichten soll. Dass die PLM-Hersteller allen Lippenbekenntnissen zum Trotz bei weitem nicht so integrationsbereit sind, wie sich die Anwender und auch die Anbieter von CAD-neutralen PDM-Lösungen das wünschen würden, bemängelte auch Karl-Heinz Zachries, Geschäftsführer der CONTACT Software GmbH, die in diesem Jahr neben der BMW-Group als Hauptsponsor des Symposiums auftrat. Seiner Meinung nach ist die Abschottungspolitik mancher PLM-Hersteller regelrecht wettbewerbswidrig (siehe dazu auch sein Interview mit dem CAD-CAM Report).