Fraunhofer IPK-Studie zum Thema Asset- und Infrastrukturmanagement
Dienstleistungsmarkt im Investitionsgüterbereich wächst; Anforderungen an MRO-Prozesse und -Technologien steigen
Bremen, 27. Januar 2010 – Bei immer mehr Unternehmen wird heute ein Großteil der Wertschöpfung durch Dienstleistungen entlang des Lebenszyklus von Investitionsgütern realisiert. Verstärkt wird dieser Trend durch die aktuelle Wirtschaftkrise, da weniger Neuinvestitionen dazu führen, dass alte Anlagen zunehmend länger laufen müssen. Dies lässt die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Wartung, Instandsetzung oder Modernisierung weiter steigen. Analog zur wirtschaftlichen Bedeutung wird ein effizientes Management solcher MRO-Prozesse (Maintenance, Repair and Overhaul) immer wichtiger und damit auch der Einsatz entsprechend geeigneter Software. Vor diesem Hintergrund hat die CONTACT Software GmbH das Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik (IPK), Berlin, mit einer Marktstudie zum Thema Asset- und Infrastrukturmanagement beauftragt. Dabei ging es vorrangig um die Frage, welche IT-Funktionen wesentlich sind, um die verschiedenen Lebensphasen von Gütern und Anlagen optimal zu unterstützen. Schwerpunkt der Studie, die Ende November 2009 abgeschlossen wurde, waren die spezifischen Anforderungen in den Branchen Energie und Verkehr.
Das Fraunhofer IPK ist Mitinitiator und Koordinator des Fraunhofer-Innovationsclusters „Maintenance, Repair and Overhaul (MRO) in Energie und Verkehr“, in dem Partner aus der Forschung und Industrie gemeinsam an der Entwicklung nachhaltiger MRO-Prozesse und Technologien arbeiten. Die neuen Verfahren sollen dazu beitragen, Aufgaben wie Wartung und Reparatur von Energieanlagen und Verkehrstechnik effektiver und effizienter zu gestalten. Im Fokus stehen insbesondere Güter und Anlagen mit hohen Investitionskosten und langer Lebensdauer, wie bspw. Gas- und Dampfturbinen, Windkraft- und Solaranlagen, Luft-, Schienen- und Straßenfahrzeuge einerseits und die dazu notwendigen Infrastrukturen wie Schienen- oder Stromnetze andererseits.
Im Ergebnis belegt die Studie, dass die Prozesse in diesem Bereich durch einzelne, gewachsene IT-Systeme geprägt sind. „Charakteristisch sind IT-Lösungen, die nicht in einen durchgängigen Produktlebenszyklus integriert sind“, erläutert Dr.-Ing. Haygazun Hayka, Leiter der Abteilung Informationsmanagement des Geschäftsfeldes Virtuelle Produktentstehung am IPK, und federführend an der Studie beteiligt. „Darüber hinaus werden MRO-Prozesse noch vielfach papierbasiert geplant, durchgeführt und dokumentiert“. Doch was bislang eher „nebenbei“ und oftmals im Zusammenspiel mit MS Excel & Co. abgehandelt wurde, bekommt laut IPK-Analyse einen zunehmend höheren Stellenwert in den Unternehmen. Damit wächst der Markt für Lösungen, die einerseits dedizierte MRO-Funktionen anbieten und die anderseits integrierte Prozesse und einen ungehinderten Datenfluss entlang des gesamten Produktlebenszyklus ermöglichen. Ein Beispiel ist die sogenannte Produktakte, die sowohl das virtuelle Produkt mit seiner Konfiguration und seine technischen Unterlagen bis hin zu den Zeichnungen und den Betriebs- und Wartungsdokumenten beinhaltet, als auch die aktuellen Daten des physikalischen Produkts im Zustand „as maintained“.
In der Konsequenz erstreckt sich das Lifecycle Asset Management über alle Lebensphasen von Gütern und Anlagen, von der Inbetriebnahme über den Betrieb und die Instandhaltung bis zur Außerbetriebssetzung und Entsorgung. „Eine durchgehende Lösung für das Infrastrukturmanagement von Energieanlagen, Verkehrsnetzen, Häfen usw. liefert zu jedem Zeitpunkt während der oft jahrzehntelangen Nutzung die Information darüber, welche Komponenten wo verwendet werden“, erklärt Dr. Roland Drewinski, Leiter Marketing bei der CONTACT Software GmbH. „Die entsprechende Produktakte erlaubt es dann, sich bei Bedarf über jedes Detail genau zu informieren“.
