Forschungsprojekt WInD: Produktionssysteme wandlungsfähig gestalten
CONTACT Konsortialpartner für universelle PDM/ERP-Standardschnittstelle
Bremen, 18. August 2010 – Die CONTACT Software GmbH ist Konsortialpartner im gerade gestarteten Forschungsprojekt WInD*. Das unter Federführung des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen laufende Projekt zielt darauf ab, die Produktionsplanung und -steuerung im Maschinen- und Anlagenbau wandlungsfähig zu gestalten. Dies soll durch neue Standards erreicht werden, die Unternehmensprozesse vereinfachen und unterschiedliche IT-Systeme intern und auch auf Lieferantenseite miteinander verknüpfen. Als ein entscheidender Baustein für die vertikale und horizontale Integration gilt dabei der Entwurf einer prozessorientierten, universellen Standardschnittstelle für die Datensynchronisation zwischen Enterprise Ressource Planning (ERP)- oder Produktionsplanungs- und Steuerungssystemen (PPS) einerseits und Produktdatenmanagement-Systemen (PDM) andererseits. Hierfür wird CONTACT gemeinsam mit der PSIPENTA Software Systems GmbH eine PDM/ERP-Integration auf Basis von XML entwickeln, die in Form einer DIN SPEC als Branchenstandard bereit gestellt werden soll. WInD wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert, hat insgesamt ein Projektvolumen von 4,7 Mio. € und eine Laufzeit von drei Jahren.
Nach einer Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) führt die Mehrzahl der Unternehmen die Leistungsfähigkeit ihrer Auftragsabwicklung als wesentlichen Erfolgsfaktor für die Zukunft an. WInD zielt darauf ab, durch ein IT-gestütztes, wandlungsfähiges Produktionssystem die Wettbewerbsposition des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus zu stärken. Das veraltete Planungskonzept des „Manufacturing Resource Plannings“ (MRPII) soll durch eine neue Logik ersetzt werden, die qualitätsgesicherte Echtzeitdaten für die inner- und überbetrieblichen Planungs- und Steuerungsprozesse bereit stellt, sodass Kundenaufträge flexibel, anforderungsgerecht und effizient unter Berücksichtigung der unternehmerischen Ziele bearbeiten werden können.
Aktuell sind die Standardisierungsbestrebungen im Maschinen- und Anlagenbau stark domänenabhängig (MES, ERP …); ein ganzheitlicher, prozessorientierter und damit integrierter Ansatz fehlt. Parallel geführte Stammdaten in ERP- oder PPS-Systemen einerseits und PDM-Systemen andererseits führen zu inkonsistenten Ausgangsdaten, mit denen sich die Anforderungen nach Echtzeitinformationen und Datenqualität in den Planungs- und Steuerungsprozessen nicht erfüllen lassen. Im Rahmen des WInD-Projekts kommt deshalb der Entwicklungszusammenarbeit zwischen CONTACT und PSIPENTA eine zentrale Rolle zu. Gemeinsam stellen sie ihren Kunden seit Jahren eine gewartete PDM/ERP-Schnittstelle für die reibungslose Synchronisation der Produktentwicklung mit der Produktion und Logistik zur Verfügung, die mit als Basis für die Entwicklung eines universellen Branchenstandards dienen wird.
An der Konzeption und Auslegung der neuen PDM/ERP-Integration beteiligen sich ein repräsentativer Querschnitt von Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie namhafte Standardisierungspartner. Mit dem ERPInnovationLab stellt das FIR zudem eine bisher einzigartige Testumgebung für die Implementierung und Pilotierung der Projektergebnisse zur Verfügung. Als weiteres Forschungsinstitut wirkt auch das renommierte Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen maßgeblich im Projekt mit. Darüber hinaus verspricht der im Rahmen von WInD geplante Ausbau von myOpenFactory, einer Plattform zur überbetrieblichen Auftragsabwicklung zwischen Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus und ihren Lieferanten, einen nachhaltigen Ergebnistransfer in die Fertigungsindustrie.
Weitere Informationen zum Projekt auf der WInD-Website des Forschungsinstituts für Rationalisierung (FIR) an der RWTH Aachen.
*WInD steht für „Wandlungsfähige Produktionssysteme durch integrierte IT-Strukturen und dezentrale Produktionsplanung und -steuerung“.