CONTACT Software GmbH

Referenz: EWE AG

Konzernweiter Einsatz von CIM DATABASE als Anlagen-Dokumentations- und Informationssystem (ADIS)


EWE AG nutzt Chancen der Marktliberalisierung

Die EWE AG mit Sitz in Oldenburg und rund 5.000 Mitarbeitern ist der größte Dienstleister für Energie, Umwelt, Informationstechnik und Telekommunikation in Norddeutschland. Strategische Wachstumsimpulse wurden in den letzten Jahren u.a. durch die Fusion mit dem Stromversorger ÜNH und den Einstieg in andere Geschäftsfelder wie bspw. in die Telekommunikation gesetzt. Weitere Beteiligungen an Stadtwerken und der Anteilserwerb an der Leipziger VNG (Verbundnetz Gas) haben den Konzern in 2003 zur Nummer Fünf auf dem deutschen Energiemarkt mit einem Umsatz von 3,1 Mrd. € gemacht.

Das 1929 gegründete Unternehmen ging schon immer innovative Wege, um seinen Marktanteil auszubauen. Als erster europäischer Energieversorger setzte es anstelle von Metalldie preisgünstigeren Kunststoffrohre für die Verteilung von Erdgas ein. Außerdem startete man bereits vor über 30 Jahren ein Programm zur Verkabelung von Nieder- und Mittelspannungsstromleitungen mit dem Resultat, dass das EWE-Netz noch heute das sicherste in ganz Westeuropa ist.

Mitte der 90er Jahre wurde die Einführung einer umfassenden EDM-Lösung beschlossen, um diese hohen Standards und einen wirtschaftlichen Betrieb auch zukünftig zu gewährleisten sowie die eigene Wettbewerbsposition im Vorfeld der anstehenden Marktliberalisierung nachhaltig zu stärken.

Nachdem der erste Versuch mit einem anderen Anbieter aus Kostengründen gestoppt wurde, testete man im Frühsommer 1999 eine Pilotinstallation von CIM DATABASE und entschied sich nach einer gründlichen Analyse von Leistungsfähigkeit und Einsatzspektrum für die Lösung der CONTACT Software GmbH. Für EWE-Projektleiter Dirk-Michael Elsner und Siemens Business Services (SBS) als verantwortlichem Generalunternehmer war vor allem ausschlaggebend, dass das System bereits eine Standardkopplung zum E-CADPaket RUPLAN bot und dass das Bremer Softwarehaus zudem eine langjährige Erfahrung bei der EDM-Implementierung nachweisen konnte.

Einheitlicher Dokumentationsstand für alle Standorte

Bislang gab es bei EWE technische Daten, Dokumente und grafische Informationen in vielfachen Versionen; teilweise auf Papier und teilweise in verschiedenen IT-Systemen wie den E-CAD-Lösungen RUPLAN und ELCAD sowie der EWE-spezifischen SAP-Anwendung EBIS, dem Betriebsmittel-Informationssystem. Im Bedarfsfall – z.B. bei Stromausfällen - muss aber schnell und eindeutig geklärt werden können, welcher Versionsstand der aktuelle ist und ob er noch mit der Realität übereinstimmt. Folglich war die Kernanforderung an eine EDM-Lösung die Schaffung eines einheitlichen Dokumentationsstandes in der Zentrale und den über ganz Norddeutschland verteilten Netzregionen hinweg.

Bereits im ersten Projektabschnitt wurde eine übergreifende Workflow-gesteuerte Bearbeitung und Verwaltung aller technischen Dokumente für den Bau und Betrieb von Umspannwerken und Schaltanlagen im Geschäftsbereich Strom realisiert. Vorrangiges Ziel war die Optimierung von Arbeitsprozessen bei gleichzeitiger Kostenreduzierung, vor allem durch die Minimierung von Ausfallzeiten bei etwaigen Störungen in der Stromversorgung und der beschleunigten Abwicklung von Änderungs- bzw. Neubaumaßnahmen.

Zunächst wurden Stromlaufpläne und andere technische Daten aus RUPLAN in CIM DATABASE archiviert, während Papierzeichnungen per Scan-Verfahren mit Barcode-Erkennung digitalisiert und im TIFF-Format abgespeichert wurden. Mit der zentralen Verwaltung sämtlicher Dokumente und den standortübergreifenden Freigabe- und Änderungsprozessen, die u.a. auf Redlining-Informationen und automatischen Benachrichtigungen per E-Mail basieren, bewährte sich die Erstinstallation bereits nach kurzer Zeit. Im Mai 2000 beauftragte EWE die Integration von ELCAD, was sich gemeinsam mit dem Hersteller AUCOTEC in nur drei Monaten umsetzen ließ. Außerdem wurde CIM DATABASE bidirektional mit der SAP-Anwendung EBIS gekoppelt und so ein äußerst komplexer Workflow für den Um- und Neubau von Schaltanlagen und Umspannwerken modelliert.

In 2001 folgte die schrittweise Einführung von CIM DATABASE bei der Telekommunikationstochter EWE TEL. Das System steuert hier u.a. über die AutoCAD-Integration den Engineering Workflow und unterstützt unternehmensweit das Planungs- sowie Änderungswesen im Bereich TK-Netze. Realisiert wurde zudem der wechselseitige Zugriff und der kontrollierte Abgleich von Objektstammdaten zwischen CIM DATABASE und dem Kabelnetzverwaltungssystem KNV der Berliner BRAIN FORCE Software GmbH. Die Anwender konnten dadurch erstmals die Beziehung zwischen einem Plan und allen darin verbauten Netzelementen auf einen Blick erkennen.

Neues Konzept für Projekt- und Anlagenmappen: Das ADIS-Projekt

2002 startete ein von EWE initiiertes Entwicklungsprojekt mit dem Ziel, die Verwaltung auch komplexerer Dokumente wie elektronische Bauakten und technische Anweisungen sowie die zentrale Projektdokumentation und die abteilungsinterne zentrale Dokumentenablage durch den EDM-Einsatz transparenter, effizienter und letztendlich auch komfortabler zu machen. Im Resultat wurde eine so überzeugende Lösung gefunden, dass diese mittlerweile fester Bestandteil der CIM DATABASE-Basistechnologie ist: Die Möglichkeit, den kompletten Datenbestand im EDM-System flexibel zu strukturieren, über eine prägnante Strukturdarstellung bedarfsgerecht zu visualisieren und verschiedene Anwendersichten darauf zu ermöglichen.

Dadurch lassen sich beispielsweise alle Pläne und Dokumente, die im Rahmen von Projekten und deren Unterprojekten anfallen, dedizierten Ordnern und Mappen zuweisen. Für die einzelnen Anwender bedeutet dieses Feature mehr Transparenz hinsichtlich der Zuständigkeiten und eine extrem beschleunigte Informationsbeschaffung, wobei die Navigation einfach per grafischem Strukturbrowser erfolgt – so wie man es vom Microsoft Explorer gewohnt ist. In Verbindung mit anderen CIM DATABASE Modulen eingesetzt, entsteht zudem ein komfortables Informationssystem für das Unternehmensmanagement, mit dem auch komplexe Projekte handhabbar bleiben. Im Rahmen dieses Entwicklungsprojektes wurde bei EWE – auch zur begrifflichen Abgrenzung von Systemen des Energiedaten-Managements – die Bezeichnung ADIS (Anlagen-Dokumentations- und Informationssystem) geprägt.

Zunächst wird die erweiterte ADIS-Funktionalität bei der Ausweitung des Systems in den Bereich Netzplanung eingeführt. Um den Ausbau der Strom-, TK- und Gasnetze effizienter planen und umsetzen zu können, werden zudem die Ankopplungen weiterer SAP-Anwendungen (u.a. Projektsteuerung, Kundendokumentation) sowie die an das graphische Informationssystem (GIS) realisiert.

Im Sommer 2003 lief bei EWE ein Pilotprojekt zum mobilen Einsatz von CIM DATABASE via Laptop, das mittlerweile erfolgreich abgeschlossen wurde. Ein Resultat dieses Piloten ist die Entwicklung eines neuen CIM DATABASE/mobile Produktes im Rahmen eines Technologieförderungsprojektes des Landes Bremen.

Konzernweiter Einsatz

Aufgrund der beachtlichen Ergebnisse, die EWE durch CIM DATABASE bereits erzielen konnte, soll das System sukzessive flächendeckend im gesamten Konzern eingesetzt werden: 2005 zunächst in den Geschäftsbereichen Gas (Gastechnik, Gasbeschaffung) und Strom (erweiterte Funktionalität), dann auch in den Geschäftsbereichen Abwasserreinigung und Wärmetechnik.

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