Referenz: WITTE-Velbert GmbH
Standortübergreifendes Concurent Engineering-Konzept mit CIM DATABASE bei Experten für Schließ-, Verriegelungs- und Sicherheitssysteme
Schlüssige Konzepte für Klappen, Türen und Sitze
WITTE Automotive (auch bekannt als WITTE-Velbert GmbH), 1899 ursprünglich zur Herstellung von Kofferschlössern gegründet, gilt in der Automobilbranche schon seit längerem als Synonym für hochwertige Schließ-, Verriegelungs- und Sicherheitssysteme – und als ein Paradebeispiel dafür, wie sich ein mittelständisches, privat geführtes Unternehmen erfolgreich als ‚global player’ etablieren kann.
Mit der Gründung eines Werks in Tschechien, mehreren Firmenübernahmen bzw. Beteiligungen sowie Lizenzabkommen in Taiwan und Mexiko wurden die Entwicklungs- und Fertigungskapazitäten ausgebaut, das Produktportfolio ergänzt und zusätzliche Vertriebswege erschlossen. Ein weiterer Meilenstein in der Firmengeschichte stellt die strategische Vehicle Access Systems Technology (VAST) Alliance mit den amerikanischen Automobilzulieferern STRATTEC SECURITY Corporation und ADAC Plastics, Inc. dar. Gemeinsam besitzen und betreiben die drei Kooperationspartner Produktionsstätten auf vier Kontinenten. Durch ihre Allianzvereinbarung können die Mitglieder ihre starke Position auf den heimischen Märkten nutzen, um füreinander als Vertreter in Verkauf, Produktion und Service in Europa bzw. Nordamerika aufzutreten. Für die Geschäftsaktivitäten außerhalb dieser Märkte existieren Joint Ventures in China und Brasilien.
Damit die Synergiepotenziale innerhalb der WITTEUnternehmensgruppe zum Tragen kommen, hat der Automobilzulieferer in den vergangenen Jahren eine standortübergreifende IT-Infrastruktur aufgebaut – mit klarem Fokus auf die technischen Kernbereiche. Dafür wurde ein ambitioniertes PDMProjekt aufgesetzt, mit dem die Entwicklungszusammenarbeit innerhalb des Verbundes sowie mittelfristig auch mit Zulieferern und Auftraggebern nachhaltig optimiert werden sollte. Laut Bedarfsanalyse sollte die zukünftige PDM-Lösung in der Lage sein, aktiv den gesamten Produktentstehungsprozess zu steuern, alle dabei anfallenden Daten und Dokumente zu verwalten und deren gemeinsame Nutzung über Abteilungs-, Standort- und Unternehmensgrenzen hinaus zu ermöglichen.
Standortübergreifendes Concurrent Engineering-Konzept
Nach einem gründlichen Evaluierungsverfahren blieben drei namhafte PDM-Anbieter in der engeren Auswahl, die CONTACT in einem zweitägigen Benchmark dann endgültig für sich entscheiden konnte. Das Bremer Softwarehaus überzeugte mit einer flexibel skalierbaren Systemarchitektur, seiner standardisierten Integrationstechnologie CAD-TALK und den darauf basierenden Schnittstellen, der Unterstützung von Concurrent Engineering auch in verteilten, heterogenen Umgebungen sowie einem schlüssigen Migrationskonzept von CATIA V4 nach CATIA V5.
2001 wurde CIM DATABASE als strategische Plattform für die standortübergreifende Produktdatenverwaltung inklusive Stücklistenwesen und Sachmerkmalleisten eingeführt und schrittweise mit der bestehenden IT-Landschaft gekoppelt - insgesamt mit über 100 CATIA V4 und V5- Arbeitsplätzen, den CAD-Anwendungen Unigraphics NX und I-DEAS sowie mit dem damaligen PPS-System MAS 90, das in 2004 durch SAP R/3 (ebenfalls mit PDM-Schnittstelle) abgelöst wurde. Die zeitliche Realisierung der einzelnen Teilprojekte erfolgte dabei in Abhängigkeit von ihrer Bedeutung für die Unternehmensziele sowie unter dem Aspekt einer raschen Produktivitätssteigerung. Nach der Inbetriebnahme der CATIA V4-Schnittstelle und dem PDM/ERP-Abgleich startete 2002 die Anbindung von WITTE-Nejdek in Tschechien. Für die standortübergreifende Zusammenarbeit in einem mehrsprachigen Team wurde eine multilinguale Umgebung implementiert, die zentral von Velbert aus administriert wird. Dabei gewährleistet der asynchrone Replikationsmechanismus von CIM DATABASE die Geltungssicherheit der CAD-Daten, sodass alle Ingenieure und Konstrukteure zu jeder Zeit auf die aktuellen Entwicklungsstände zugreifen können.
Migration von CATIA V4 nach V5
Die in 2003 durchgeführten Ausbaustufen konzentrierten sich auf die Unterstützung der CAD-Anwendung I-DEAS und der neuen Unigraphics NX-Software, d.h. auf die Produktivnahme der entsprechenden Schnittstellen, sowie vor allem auf den Testbetrieb der CATIA V5-Kopplung, die seit Frühjahr 2004 erstmalig in aktuellen Projekten mit BMW und DaimlerChrysler eingesetzt wird. Da die PDM-Integration zu V5 sowohl unter Unix als auch Windows verfügbar ist, können die CATIA V4 Unix-Arbeitsplätze unter dem Aspekt des Investitionsschutzes auch für V5 genutzt werden. Außerdem eröffnet dies den Entwicklungsstandorten in Deutschland und Tschechien die Möglichkeit, CATIA V4-Modelle und auch -Sessions via CIM DATABASE-Integration referenziert in V5 zu verbauen, d. h. die jeweiligen Stärken der sehr unterschiedlichen Softwarepakete in Kombination zu nutzen.
Mit dieser Migrationsstrategie ist WITTE in der Lage, den noch notwendigen Parallelbetrieb beider CAD-Versionen effizient und wirtschaftlich zu organisieren, da vorerst die vorhandenen Workstations weiter genutzt werden können und ein sukzessiver Umstieg auf Windows analog zu entsprechenden Markt- bzw. Kundenanforderungen machbar ist.
PDM-Nutzen wird fortlaufend maximiert
Ein weiteres wichtiges Teilprojekt war die Inbetriebnahme der PDM-Integration zu SAP. Zeitgleich mit dem unternehmensweiten Roll-out der neuen ERP-Lösung im April 2004 wurde die CIM DATABASE R/3-Standardschnittstelle produktiv gesetzt. Abgeglichen werden Materialstammdaten, Stücklisten, Klassifikation und Dokumenteninfosätze, sodass die CAD-Modelle direkt aus dem ERP-System heraus recherchiert und visualisiert werden können. Der Start in den Echtbetreib verlief reibungslos.
Außerdem wurde zunächst für CATIA, später auch für andere CAD-Pakete, eine Anbindung an den CIM DATABASE Document Conversion Server (DCS) realisiert. Mit dem DCS verfügt WITTE über einen hochgradig skalierbaren, asynchronen und weitgehend automatisierbaren Konvertierungsdienst für die Ausleitung von Neutralformaten, über den die CAD-Daten für andere Anwendungen bereit gestellt werden - u.a. für SAP R/3. CONTACT bietet dieses Standard-Modul für eine Vielzahl von CAD-Systemen auf allen gängigen Server-Plattformen unter Windows, Unix und Linux an; inklusive der Einbindung von herstellerspezifischen Visualisierungstools wie beispielsweise die von EDS angebotenen und von SAP zur Visualisierung genutzten VisView-Produkte, die bei dem Automobilzulieferer ebenfalls eingesetzt werden.
Zurzeit läuft bei WITTE das Update auf CIM DATABASE 2.9.5 und die Einrichtung der PDX-Dienste zum sicheren Datenaustausch mit Partnern und Kunden. Als Nächstes soll die automatische Erstellung von Versuchsberichten über CIM DATABASE / PCS umgesetzt werden. Dazu werden alle Dokumente zu einer Testreihe wie Messdaten, Fotos, Graphiken, Verfahrensbeschreibungen etc. mit eindeutigem Projektbezug im PDM-System erfasst und nach Versuchende zu einem Report für Kunden und die eigene Fertigung zusammengestellt.